Geschichte:
Die Edelherren von Gudenberg stammten vermutlich aus Stroforth bei Grebenstein und sind erstmals für das Jahr 1175 bezeugt. Sie besaßen die beiden Gudenburgen als Lehen des Erzbistums Mainz, das sie 1183/90 von den thüringischen Landgrafen erworben hatte. Die Herren von Gudenberg spalteten sich zu Beginn des 13. Jhs. in zwei Linien auf, von denen diejenige auf dem Großen Gudenberg unter dem Namen "Wolff von Gudenburg" firmierte. Noch vor 1237 überließen sie einen Teil der Burg der Familie Grope von Schartenberg, die daraufhin den Namen "Grope von Gudenburg" annahm. Die Burg auf dem Großen Gudenberg erscheint zuletzt 1271 in den Quellen als Ausstellungsort einer Urkunde. Kurz darauf dürfte sie zerstört worden sein, möglicherweise 1281 durch den hessischen Landgrafen Heinrich I. (Stefan Eismann)
Bauentwicklung:
Die Mehrteiligkeit der Burg lässt eine komplizierte Baugeschichte vermuten, die sich aber nicht direkt in den Schriftquellen widerspiegelt. Die Existenz zweier Hauptburgen lässt sich wahrscheinlich mit der Überlassung eines Teils der Burg an die Grope von Schartenberg 1237 in Verbindung bringen. Da archäologische Untersuchungen bisher nicht stattgefunden haben, können keine detaillierten Angaben zur Baugeschichte gemacht werden. (Stefan Eismann)
Baubeschreibung:
Die Burg auf dem Großen Gudenberg wird von einem mächtigen Außenwall umgeben, der eine Fläche von ca. 125 x 90 m umschließt. Die eigentliche Anlage ist zweigeteilt, zwischen beiden Hauptburgen wurde ein 18 m breiter Graben ausgehoben. Es existieren zwei Vorburgen, die vermutlich beide zur westlichen Hauptburg gehören, die auf einem Plateau von 20 x 27 m Größe sitzt. Der Zugang zur Burg erfolgte von Süden durch den tiefen Graben, danach gegen den Uhrzeigersinn über die nordöstliche und die nordwestliche Vorburg schließlich über eine Brücke in die westliche Hauptburg. Die östliche Hauptburg war dagegen direkt über einen Zwinger zugänglich, ihre Wirtschaftsgebäude lagen auf einem Gelände östlich der Burg, das durch einen 11 m breiten Graben gegen den Berghang gesichert war. (Stefan Eismann)
Arch-Untersuchung/Funde:
Lesefunde von Keramik des 13. Jhs.