Geschichte:
Es sind keine historischen Quellen bekannt, die mit Sicherheit auf diese Anlage bezogen werden können. Sie wird in der älteren Forschung mit einem aber erst im Jahr 1560 erwähnten Heerlager Heinrichs IV. in Zusammenhang gebracht, das dieser in seinen Kämpfen gegen den aufständischen Grafen Otto von Northeim im Jahr 1071 auf dem Dörnberg angelegt haben soll. Der beträchtliche Fundniederschlag von Keramik aus der 2. Hälfte des 11. Jhs. kann aber nicht nur mit diesem nur wenige Tage dauernden Aufenthalt zusammenhängen. Der Dörnberg ist laut Sippel vielmehr als der Ort einer Burggründung Heinrichs IV. anzusehen, der mit ihr das umliegende Königsgut kontrollieren wollte. Die vorangegangene frühmittelalterliche Befestigung hat sich in der historischen Überlieferung nicht niedergeschlagen. (Stefan Eismann)
Bauentwicklung:
Das Bergplateau ist über mehrere Jahrtausende hinweg besiedelt worden. Die ältesten Funde stammen aus der jungneolithischen Michelsberger Kultur, haben aber wohl keinen Zusammenhang mit der Befestigung. Eine erste Wehranlage, die aus der Mauer am Plateaurand bestand, ist in der jüngeren Eisenzeit angelegt worden. Aus dem Frühmittelalter stammen nur wenige Funde, dennoch sind in dieser Zeit die vorgelagerten Befestigungslinien im Norden und Nordwesten errichtet worden. Reichliche Keramikfunde des 11./12. Jhs. sprechen für eine damalige intensive Belegung des Areals, zugehörige Baustrukturen sind aber bisher noch nicht identifiziert worden. (Stefan Eismann)
Baubeschreibung:
Die Basaltkuppe des Dörnberg besitzt ein dreieckiges, ebenes Plateau von ca. 380 m Länge und max. 230 m Breite. Die Befestigung besteht aus einem außen ca. 3 m hohen Ringwall, der auf oder teilweise auch unter der Plateaukante verläuft. Das Material war einem Graben auf ihrer Innenseite entnommen worden. Ein auf der Nord- und Nordwestseite vorgelagerter Graben ist heute nur noch als Terrasse erkennbar, auf der Nordseite ist er als Doppelgraben ausgeprägt. Ein Tor mit überlappenden Enden bestand auf der Ostseite. Ein weiteres Tor war wohl im Nordwesten vorhanden, seine Form kann aber aufgrund moderner Geländeveränderungen nicht mehr bestimmt werden.
Auf der Nordwestseite und im Nordosten ist eine zweite Befestigungslinie vorhanden, die aus einer heute zerfallenen Mauer mit innerem Materialentnahmegraben, einem vorgelagerten Graben und einem Außenwall besteht. Hier bildet ein weiteres Tor mit überlappenden Enden den Zugang. Im Norden ist noch eine dritte Befestigungslinie erkennbar, die sich aus einer 160 m langen Mauer mit vorgelagertem Graben zusammensetzt. Von der Innenbebauung zeugen eine runde Vertiefung, die wahrscheinlich von einem Keller stammt, und zwei weitere gebäudegroße Strukturen.
Auf dem Burgareal wird in der Südostecke eine 150 x 70-100 m große Fläche durch eine jüngere, schwach ausgeprägte Wall-Graben-Anlage abgeteilt, die nicht zwingend Befestigungscharakter besaß und wahrscheinlich einen forstwirtschaftlichen Pflanzgarten darstellt.
Weitere rundliche wie grabenförmige Eintiefungen auf dem Plateau stammen aus der Neuzeit und weisen keinen Zusammenhang mit der Befestigung auf. (Stefan Eismann)
Arch-Untersuchung/Funde:
Unpublizierte Sondagegrabungen nach 1945.
Die mittelalterlichen Lesefunde stammen hauptsächlich aus der 2. Hälfte des 11. Jhs., wenige Scherben können noch in das 9./10. bzw. 12. Jh. gehören.
Geomagnetische Prospektion 2008 mit anschließender Sondagegrabung 2009, die Funde vom späten 7. bis zum 11./12. Jh. erbrachte.