Geschichte:
Die Burg Sensenstein wurde vermutlich 1373 durch den hessischen Landgrafen Hermann II. wohl als Gegenburg zur 4 km entfernten Burg Sichelstein im gegenüberliegenden Kaufunger Wald errichtet. Deren Besitzer, Herzog Otto der Quade von Braunschweig-Lüneburg, kämpfte zusammen mit dem Zusammenschluss der Ritter des Sternerbunds gegen den Landgrafen. Auch nach dem Ende des Konflikts im Folgejahr wurde die Burg Sensenstein nicht abgebrochen, verlor aber ihre militärische Bedeutung. Zwischen 1438 und 1461 war sie als Rittergut und Jagdschloss an Sittich von Berlepsch verlehnt, dann wurde sie gegen die Stammburg der Berlepsch wieder eingetauscht. In der Folge diente sie als Jagdschloss der hessischen Landgrafen und Wirtschaftshof. 1601 wurde das Gut dem landgräflichen Rat Eberhard von Weihen als Lehen vergeben. 1677 ging der Besitz an Graf Johann Dietrich von Kunowitz über und wurde 1699 von den Landgrafen zurückgekauft. Im 19. Jh. war die Anlage als Staatsgut verpachtet. Um 1900 kam sie wieder an die von Schlieffen, die sie ab 1767 schon einmal für sechs Jahre besaßen. Die Gebäude verfielen zunehmend, das Wohnhaus wurde 1919 an einen Gastwirt verpachtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage zur Jugendbildungsstätte bzw. "Jugendburg" ausgebaut. (Stefan Eismann)
Bauentwicklung:
Die mittelalterliche Baugeschichte ist unbekannt. 1601 wurde die Burg als verfallen bezeichnet. 1677 wurde der Bergfried auf Anweisung von Dietrich von Kunowitz gesprengt. Das dadurch gewonnene Baumaterial diente zur Errichtung neuer Wirtschaftsgebäude. Diese verschwanden nach und nach wieder, zuletzt wurde 1960 der Schafstall beseitigt. Die dabei wiedergewonnenen Mauersteine der Burg wurden erneut beim Bau der Jugendburg wiederverwendet. (Stefan Eismann)
Baubeschreibung:
Die Burg liegt auf dem Plateau des Mühlenberges südlich des Niestetals.
Von der Burg ist nur noch die quadratische Wall-Graben-Anlage von ca. 50 m Seitenlänge erhalten. Der Turm soll eine Höhe von 22,5 m besessen haben, sein innerer Durchmesser und die Mauerstärke sollen jeweils 2,25 m betragen haben. 1833 wurden in einer Beschreibung eine doppelte Grabenanlage mit dazwischen liegendem Wall, Mauerreste, ein Brunnen und ein Tor im Süden genannt. Schuchhardt legte aber 1893 in der Mitte der Ostseite die Fundamente eines tonnengewölbten Torhauses frei. Den inneren Graben beschreibt er als 10 m breit und 0,85 m tief. Der Wall soll eine Kronenbreite von 3-5 m besessen haben. (Stefan Eismann)
Arch-Untersuchung/Funde:
Sondage durch Carl Schuchhardt 1893 mit Funden des 14./15. Jhs.