EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Binsförth

Geschichte:

Die geschichtlichen Anfänge der Burg Binsförth sind bislang noch nicht eingehend erforscht. Ob die Anlage bereits zur Zeit der urkundlichen Erstnennung des Ortes 1263 bestand, ist fraglich, da der Baubestand der kleinen Burg nach bisherigem Kenntnisstand erst in das ausgehende 14. Jahrhundert datiert. 1263 wird der Ort als landgräflich hessisches Lehen der Herren von Rotenburg genannt, von denen Binsförth als Afterlehen an die niederadelige Familie von Binsförth gelangt ist. Ob die Burg, wie in der Literatur gelegentlich behauptet wird, tatsächlich der Sicherung eines Übergangs der Fulda diente, bedarf ebenfalls noch einer eindeutigen Untersuchung. Nach dem Erlöschen der von Binsförth gelangten 1440 zwei Drittel des Besitzes an die Landgrafen von Hessen und ein Drittel an die Herren von Lehrbach, deren Anteil 1471 an die Henne von Holzsadel fiel. Mit Werner von Holzsadel erlosch 1526 auch diese Familie und als neue Lehensinhaber von Binsförth traten die von Baumbach und die von Wallenstein in Erscheinung. Sehr wahrscheinlich wurde die Anlage im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Die in ein Hofgut eingebundene Ruine der mittelalterlichen Anlage diente in der Folgezeit als Scheune und wurde in ein größeres Ökonomiegebäude integriert. Das Hofgut Binsförth befand sich nach dem Aussterben der Herren von Wallenstein 1754 im Alleinbesitz der von Baumbach, die ihren Besitz 1917/18 veräußerten. Nach mehrfachem bürgerlichem Besitzerwechsel befindet sich die Anlage bis heute in Privatbesitz und dient als landwirtschaftlicher Betrieb. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Die bauliche Entwicklung des kleinen Adelssitzes wurde im Kontext von Sanierungsmaßnahmen bauhistorisch untersucht und dokumentiert. Zum ältesten erhaltenen Baubestand zählt die bescheidene Kemenate mit dem kleinen ummauerten Hof. Die Anlage datiert in die Zeit vor 1375 (d). Nach der Kriegszerstörung in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erfolgte um 1683 ein Wiederaufbau der Anlage sowie das Aufsetzen eines neuen Fachwerkobergeschosses auf den spätmittelalterlichen Steinbau. Eine dritte Bauphase datiert in die Zeit zwischen 1722 und 1734 (d). Der spätmittelalterliche Bau wird in einen größeren Scheunenbau integriert. Nach dem Abbruch dieses barocken Baugefüges wurde in den 1980er Jahren der spätmittelalterliche Baukörper erneut freigestellt. Nach der Entfernung des Fachwerkobergeschosses erhielt die Kemenate ein neues Dach. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die räumlich bescheidene spätmittelalterliche Anlage, die auf dem zum Flüsschen Fulda steil abfallenden Hang errichtet wurde, bildet seit der Frühen Neuzeit den Bestandteil eines größeren Hofguts am Rand des Dorfes Binsförth. Zum spätmittelalterlichen Baubestand der Anlage gehört der über einem Kellergeschoss errichtete zweigeschossige rechteckige Hauptbau, der typologisch der Gruppe der Kemenaten zuzuordnen ist. An baulichen Details weist der Mitte der 1980er Jahre erneut mit einem Dach versehene Baukörper mehrere rechteckige Fenster und einen spitzbogigen Eingang auf. Vor dem Gebäude befindet sich ein kleiner ummauerter Hof. Die übrigen Gebäude des Hofguts Binsförth datieren in das 17. bzw. 18.-19. Jh. (Jens Friedhoff)