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Holzheim beim Haunetal

Geschichte:

Die Geschichte des gut erhaltenen Wohnturms in Holzheim ist bislang erst unzureichend erforscht. Eine in der Literatur gelegentlich vertretene Frühdatierung der Anlage in das ausgehende 12. Jahrhundert lässt sich nicht aufrechterhalten. Die Überlieferung sowie die Ausführung und typologische Zuordnung des Turmes spricht eher für eine spätmittelalterliche Gründung, die in das beginnende 15. Jahrhundert datiert. 1419 ist in den Quellen von einem landgräflich-hessischen Amtmann zu Holzheim die Rede und 1435 versetzte Landgraf Ludwig I. von Hessen den Brüdern Hermann und Heinrich Gerwig für 500 Gulden das "Schloss" zu Holzheim. Von dem Immobilientransfer ausgenommen wurde jener Teil der Burg, der sich in der Verfügungsgewalt des Ludwig von Hattenbach befand. 1458 empfingen die Herren von Romrod das Lehen Holzheim. 1661 befand sich Holzheim erneut im Besitz der Landgrafen von Hessen. Die weitere Geschichte des Anwesens bedarf noch eingehender Forschungen. Heute befindet sich der aufwendig restaurierte Wohnturm in Privatbesitz und ist daher nur von außen zu besichtigen. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Zur Bauentwicklung des Wohnturms lassen sich bislang keine gesicherten Angaben machen. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um eine spätmittelalterliche Anlage. 1991 fanden im Umfeld des Turmes archäologische Untersuchungen statt, bei denen man auf Mauerreste einer 1369 erwähnten Kapelle gestoßen ist. Der Zusammenhang des Sakralbaus mit dem Wohnturm ist unklar. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Der beeindruckende und gut erhaltene Wohnturm befindet sich am Rande des Ortes Holzheim. Es handelt sich um einen fünfgeschossigen steinernen Turm, der über quadratischem Grundriss aufgeführt wurde. Er weist bossierte Eckquader und Kreuzstockfenster sowie an der Ostseite Neidköpfe auf. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Reste eines an der Ostseite befindlichen Erkers. (Jens Friedhoff)

Arch-Untersuchung/Funde:

1991 archäologische Untersuchungen des Umfeldes des Wohnturms.