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Fürstenstein

Geschichte:

Zu den Anfängen der Burg liegen bislang ebensowenig Kenntnisse vor wie zu den Initiatoren der Gründung. In der Literatur findet sich der auf einer chronikalischen Quelle basierende Hinweis, dass die Anlage bereits 1264 existierte. Sowohl Baubestand - spätgotischer Wohnturm - wie auch die zuverlässige urkundliche Überlieferung legt jedoch nahe, dass es sich um eine Burg des frühen 14. Jahrhunderts handelt. Als Initiatoren der Gründung von Fürstenstein werden die Grafen von Bilstein angesprochen, deren Stammburg sich unweit entfernt in einem Seitental auf der gegenüberliegenden Werraseite befindet. Es ist durchaus möglich, dass Hessen frühestens 1301 durch den Heimfall des Lehens nach dem Aussterben der Bilsteiner in den Besitz von Fürstenstein gelangt ist. Als hessische Burg wird die Anlage erstmals 1327 erwähnt. 1344 hatte bereits die niederadelige Familie Diede, die in den Schriftquellen später den Namenszusatz "zum Fürstenstein" führt, Anteile an der Burg in ihrem Besitz. Sehr wahrscheinlich ist die Familie der Burgmannschaft der Boyneburg zuzuordnen. Seit 1596 begegnen die Diede zum Fürstenstein als alleinige Inhaber der Burg. Nach dem Ableben des letzten Freiherrn Diede zum Fürstenstein zog Jerome Bonaparte, König von Westfalen, die Herrschaft Fürstenstein als erledigtes Lehen ein und vergab den Besitz an Pierre Alexandre de Camus, den er zum Grafen von Fürstenstein erhob. Nach dem Ende des napoleonischen Königreichs Westfalen gelangte Fürstenstein erneut an Hessen. Die Burg befindet sich in Privatbesitz und ist nicht zu besichtigen. (Jens Friedhoff)

Bauentwicklung:

Die Bauentwicklung der im Wesentlichen aus dem spätmittelalterlichen Wohnturm bestehenden Burg Fürstenstein bedarf noch einer eingehenden Untersuchung. Der bescheidene Wohnturm dürfte in das beginnende 14. Jahrhundert zu datieren sein, während die sich nach Osten anschließende Kapelle wohl um 1600 entstanden ist. Frühneuzeitlich sind die im Vorhof befindlichen Gebäude. Das Portal des Südflügels weist die Jahreszahl 1696 auf. (Jens Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die auf einem Bergsporn über dem Werratal errichtete Burg Fürstenstein besteht aus einem rechteckigen Wohnturm, der noch teilweise erhaltenen Ringmauer sowie mehreren im Vorburgbereich befindlichen Gebäuden. Bei dem spätmittelalterlichen Wohnturm, der über einem Grundriss von 8 x 13 m aufgeführt wurde, handelt es sich um einen viergeschossigen Bau. Die unteren drei Geschosse sind in Steinbauweise errichtet, während es sich bei dem leicht vorkragenden Obergeschoss um einen verbretterten Fachwerkbau handelt. Den Abschluss des Turmes bildet ein steiles Walmdach. Seitlich schließt sich ein polygonaler Treppenturm in Fachwerk an, der die ersten drei steinernen Geschosse erschließt. Zu den späteren Bauteilen gehört neben dem Treppenturm auch die an der Ostseite des Turmes gelegene Kapelle aus der Zeit um 1600. Das ehemalige Burgtor weist ein Fachwerkobergeschoss auf. Innerhalb des Vorburgbereichs befinden sich zwei Kavaliershäuser sowie eine in Fachwerkkonstruktion erbaute Schmiede. (Jens Friedhoff)