Geschichte:
Die geschichtlichen Anfänge des Ortes Schwebda reichen bis in das beginnende 9. Jh. zurück. Bereits um 800 wird die Siedlung erstmals in einem Güterverzeichnis der Abtei Hersfeld aufgeführt. Bei der Burg zu Schwebda handelt es sich sehr wahrscheinlich um den namengebenden Stammsitz der gleichnamigen niederadeligen Familie, die erstmals 1243 in Erscheinung tritt. Das Adelsgeschlecht von Schwebda lässt sich bis 1581 nachweisen. 1301 verfügten die in der urkundlichen Überlieferung seit 1269 nachweisbaren von Keudell über Lehnsbesitz zu Schwebda. Es handelte sich um ein Lehen der Grafen von Bilstein, das jedoch später an die Landgrafen von Hessen überging. Die Herren von Keudell wurden seit 1407 mit Gericht und Dorf belehnt. 1527 erhielten die von Keudell von den Landgrafen von Hessen die in Schwebda befindlichen Güter und Einkünfte der säkularisierten Klöster aus Eschwege. Das noch erhaltene eindrucksvolle Steinerne Haus wurde im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts von dem landgräflich hessischen Rat Bernhard von Keudell im Bereich der offenbar zu dieser Zeit bereits in Verfall geratenen Wasserburg errichtet. In der Folgezeit verblieb Schwebda im Besitz der Herren von Keudell. Heute gehört das Anwesen der als Erben der Keudell fungierenden Grafen von Dönhoff. (Jens Friedhoff)
Bauentwicklung:
Über die wohl vor 1243 von den Herren von Schwebda errichtete Wasserburg liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. Der Baubestand der mittelalterlichen Anlage ist vollständig abgegangen. An Ihrer Stelle befindet sich ein frühneuzeitlicher Adelssitz. Zu den ältesten Gebäuden gehört das eindrucksvolle Steinerne Haus, das aus den 1520er Jahren stammt, sowie das inschriftlich in das Jahr 1549 datierte Wohnhaus auf der gegenüberliegenden Seite. Die übrigen Gebäude des Anwesens sind neueren Datums. (Jens Friedhoff)
Baubeschreibung:
Der im Süden des Ortes in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche gelegene Adelssitz entstand an der Stelle der mittelalterlichen Burg. Das weitläufige Hofareal wird vor allem durch das sog. "Steinerne Haus" dominiert. Es handelt sich um einen dreigeschossigen monumentalen Steinbau in traufenständiger Lage zum Hof mit einem steilen Krüppelwalmdach. Die östliche Giebelwand weist Aborterker auf. Im Inneren haben sich zwei Kamine mit den Jahreszahlen 1533 und 1568 erhalten. Über dem Portal des Steinernen Hauses verweist die Jahreszahl 1529 auf die Entstehung des Gebäudes. Auf der gegenüberliegenden Hofseite wurde im 16. Jahrhundert ein weiteres Wohngebäude errichtet. Eine Inschrift datiert in das Jahr 1549. 1852 wurde das im Kern spätgotische Wohnhaus im Auftrag von Rudolph von Keudell neugotisch überformt. (Jens Friedhoff)