Geschichte:
Eine Pfalz in Fritzlar wird in den historischen Quellen nie ausdrücklich erwähnt. Ein dafür diskutierter Beleg aus dem Jahr 1001 bezieht sich auf eine Pfalzversammlung, nicht auf ein spezielles Gebäude. Dennoch kann die Existenz einer Pfalz aufgrund der zahlreichen Königsaufenthalte als gesichert gelten. Vor allem die im Jahr 919 in Fritzlar vorgenommene Erhebung Heinrichs I. zum König setzt die Existenz einer solchen Einrichtung voraus. Bis 1145 fanden insgesamt 15 Königsaufenthalte in Fritzlar statt. Die zentrale geographische Lage begünstigte die Einberufung von Reichs- und Fürstentagen an diesen Ort.
Die Pfalz wurde offenbar zusammen mit dem Ort und dem Dom 1079 durch Rudolf von Rheinfelden in dessen Kampf mit Heinrich IV. um den deutschen Königsthron niedergebrannt, denn 1085 wird der Ort noch als weitgehend wüst bezeichnet. Fritzlar fiel nach der Zerstörung an das Erzbistum Mainz, der folgende Wiederaufbau betraf aber nicht die Pfalzgebäude. (Stefan Eismann)
Bauentwicklung:
Beim gegenwärtigen Forschungsstand können keine Angaben zur Bauentwicklung gemacht werden. (Stefan Eismann)
Baubeschreibung:
Über die Gestalt der Pfalz lassen sich kaum Aussagen treffe. Im Jahr 1001 wird ein "palatium" erwähnt. Auf einem Stich von Merian aus dem Jahr 1646 ist noch eine Johanniskapelle zu sehen, die in der Forschung zum Teil als ehemalige Pfalzkapelle angesehen wird. 2002 wurden auf dem Domplatz zwei Brunnen aufgedeckt, die möglicherweise schon zur Wasserversorgung der Pfalz gedient hatten.
Bei einer Ausgrabung wurde möglicherweise die Nordseite der Befestigung erfasst. Sie bestand aus einer 1,20-140 m breiten Mauer aus Basaltquadern, der nach einer ca. 2,50 m breiten Berme ein ca. 5,20 m breiter Sohlgraben folgt. Der ersten Mauer in 10-11 m Abstand vorgelagert ist eine zweite Mauer. (Stefan Eismann)
Arch-Untersuchung/Funde:
Ausgrabung mit Fund der wahrscheinlichen Befestigung 2000.