Geschichte:
Wahrscheinlich bestand die Burg schon, als Graf Werner von Lauterberg-Scharzfeld 1276 und 1291 in Bischhausen gesessen hat. 1291 saß auch Segeband von Wohlendorf in Bischhausen, sein Sohn Hermann nannte sich 1312 "von Bischoffshausen".
Ein "castrum Bischoffshausen" wird in einer Lehensurkunde der Landgrafen Hessen-Kassel von 1308 erstmals erwähnt. Darin wird festgelegt, dass die Burg nach dem Tode des Inhabers Friedrich von Rosdorf an die Landgrafen zurückfallen solle. Im selben Jahr werden zudem sechs Burgmannen auf der Burg genannt. 1325 starb Friedrich schließlich und die Burg kam an die Landgrafen, die sie in der Folge verpfändeten. 1338 ging sie auf diese Weise an vier Brüder der Familie von Berlepsch. 1354 erwarben diese auch das landgräfliche Vorwerk zu der Burg. 1372 verpfändeten die Landgrafen die Burg an eine Reihe von Adeligen. 1379 wurde die Burg an Hermann von Bischoffshausen als erbliches Mannlehen vergeben, vermutlich als Belohnung für die Treue zum Landgrafen im Krieg mit dem Sternerbund. 1387/88 wurde die Burg von den Herzögen von Brauschweig-Lüneburg erobert, im Folgejahr aber wieder herausgegeben. 1408 wurde die Burg erneut durch Herzog Otto den Quaden von Braunschweig-Lüneburg erobert und verwüstet. Die Herren von Bischoffshausen behielten die Burg bis 1828 und bewohnten sie bis 1812. (Stefan Eismann)
Bauentwicklung:
Die Baugeschichte der mittelalterlichen Burg ist unbekannt. Laut einer schwer lesbaren Inschrift auf dem Kellereingang wurde 1556 oder 1596 ein neues Wohnhaus erbaut. 1618 folgte laut dem Datum auf einem Wappenstein das Wirtschaftsgebäude. Durch Brände wurde in den Jahren 1816 und 1827 ein Teil der Gebäude zerstört, darunter auch die Obergeschosse des heutigen, früher turmartigen Herrenhauses. Um 1830 wurde der Burgturm niedergelegt. Die Topographie des Geländes oberhalb der Burg wurde durch den Bau der Eisenbahn 1869 stark verändert. (Stefan Eismann)
Baubeschreibung:
Das heutige Herrenhaus besteht aus einem massiven Untergeschoss mit Renaissanceportal, das noch aus dem 16. Jh. stammt. Das Fachwerkobergeschoss wurde im 19. Jh. aufgesetzt. Auch das Erkertürmchen ist eine historistische Zutat. Daran schließt sich die Umfassungsmauer an, die sehr wahrscheinlich dem Verlauf der alten Ringmauer folgt. Nördlich liegen die hufeisenförmig angeordneten Wirtschaftsgebäude.
In einer Beschreibung von 1503 werden ein rechteckiger Bergfried an der Mauer zur Vorburg, ein Torhaus, auf der Südseite ein dreistöckiges, langrechteckiges Haus mit Treppenturm und ein "altes Haus" in der Vorburg erwähnt. (Stefan Eismann)
Arch-Untersuchung/Funde:
Keine