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Sieburg

Geschichte:

Die durch die Befestigung gesicherte Hochfläche trug den erstmals 1013 belegten Namen Sieburg, dies war auch der ursprüngliche Name der Stadt Bad Karlshafen. Die Befestigung selbst wurde Hunnengraben oder Hünengraben genannt. Eine historische Überlieferung über ihre Erbauung oder Belegung ist nicht bekannt. Auch wenn datierende Funde fehlen, wird sie allgemein wegen ihres Charakters in das Frühmittelalter gesetzt. Ein Zusammenhang mit den Sachsenkriegen Karls des Großen ist vorstellbar. Karl der Große überwinterte 797/798 im unweit gelegenen Herstelle. Hier versammelte er auch sein Heer für einen Feldzug gegen die Sachsen im Frühjahr. Es ist somit möglich, dass es sich hier nur um ein kurzzeitig belegtes Heerlager handelt, wobei nicht ausgeschlossen werden kann, dass eine vorgeschichtliche Befestigung wiederverwendet wurde. Das Areal scheint weiterhin Königsgut gewesen zu sein, denn 1013 schenkte Heinrich II. den Wald Siburg an das Kloster Helmarshausen. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Beim gegenwärtigen Forschungsstand können keine Angaben zur Baugeschichte gemacht werden. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Sieburg liegt auf einem Plateau mit steilen Rändern über dem Zusammenfluss von Diemel und Weser. Das Plateau ist fast 1,5 km lang und an der engsten Stelle ca. 600 m breit. Von der ehemaligen Befestigung sind heute nur noch geringe Teile vorhanden, die zudem sehr schlecht erhalten sind.
Vorhanden ist heute noch ein 572 m langer Abschnittswall mit vorgelagertem Graben, der mehrere leichte Knicke aufweist. Der Graben ist fast durchgehend eingeebnet, der Wall über weite Strecken nur noch als Geländekante erkennbar. Der Flurname „Hünengraben“ lässt eine deutlich mächtigere Ausprägung der Befestigung in früheren Zeiten annehmen. Am Westende ist der Erhaltungszustand noch am besten, hier erhebt sich der 5 m breite Wall noch 1,10 m über die Grabensohle und 0,50 m über die Innenfläche. Der ursprünglich wohl ca. 6 m breite Graben ist noch 0,40 m tief. Der Wall besaß nach einer Beschreibung von 1879 eine Blendmauer aus Buntsandsteinblöcken, die genaue Konstruktion ist aber noch nicht erforscht worden. Ungefähr in der Mitte der Anlage besteht ein Tor mit überlappenden Enden, ein zweiter Tordurchlass hat nach Angaben von Schuchhardt 60 m vor dem Ostende bestanden. Ein weiterer Wall mit Graben verläuft 250-300 m südlich in der Westhälfte des Sporns. Der 230 m lange Wall ist über der Innenseite max. 0,40 m und über der Grabensohle max. 2 m hoch erhalten, der Graben ist maximal 0,40 m tief.
Auf einer Karte von 1722 ist neben dem Hauptwall auch ein heute nicht mehr erkennbarer Randwall eingezeichnet, der das flacher abfallende Nordwesteck des Plateaus in einem Bogen umgibt. Zusammen mit dieser Darstellung lässt auch eine Beschreibung der Anlage von 1879 durch den Althistoriker Reinhard Suchier einen deutlich größeren Umfang der Befestigung erkennen. So befanden sich damals nicht nur im Bereich des kartierten Wallstücks zahlreiche Steine, die den Eindruck einer verstürzten Mauer machten. Der südliche Wall lief wahrscheinlich bis zur Weser durch und war dort mit der nördlichen Befestigungslinie verbunden. Ebenso befand sich vor dem Westende des südlichen Walls eine große Steinansammlung, die auf eine größere Steinkonstruktion unbekannter Art schließen lässt. Zudem lässt die Beschreibung einer kreisrunden Erhebung mit Steinböschung im Nordwesten den Standort eines Turmes vermuten. Im Norden und Nordosten scheint die Befestigung aufgrund der dort vorhandenen Steilhänge deutlich schwächer ausgeprägt gewesen zu sein. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine