Geschichte:
Züschen wird als Stadt der Grafen von Waldeck erstmals 1322 erwähnt. 1341 wird die Burg in einem Vergleich zwischen den Brüdern Ludwig und Heinrich von Waldeck erstmals ausdrücklich genannt. Aus dem Jahr 1350 ist mit Curt von Berninghausen auch ein dortiger Burgmann bekannt. 1382 wurden Burg und Stadt durch Heinrich von Waldeck an Eckart von Felsberg verpfändet. Das Ortsadelsgeschlecht der Herren von Züschen ist zwar zwischen 1237 und 1390 nachgewiesen, doch schon im Laufe des 14. Jhs. hat die Familie ihre Besitzungen dem Fritzlarer St. Petri-Stift vermacht. Ob sie vorher mit der Burg belehnt war, ist nicht bekannt. 1393 verglich sich Graf Heinrich der Eiserne von Waldeck mit den von Honstein über die Burg in Züschen. 1405 wurde die Burg an die Herren von Rorenforte verpfändet, die 1411 durch Graf Heinrich VII. von Waldeck mit Burg und Stadt belehnt wurden. 1433 ging das Lehen über Burg und Stadt an Johann von Meysenbug, der bevollmächtigt wurde, beides von Friedrich von Rorenforte und Hermann Riedesel auszulösen. 1438 bestätigte Johann die Einlösung des Pfandes und erklärte sich bereit, die Burg den Waldecker Grafen zu öffnen. Das Lehen verblieb bei den Meysenbug bis zu deren Aussterben 1810. Danach ging das Lehen an die von Dalwigk und wurde 1811 in ein Allod umgewandelt. 1840 wurde der Besitz an die von Stolberg-Wernigerode verkauft, 1868 an F. Wrede und 1891 an Wilhelm von Garvens-Gravensburg, der von 1894 bis 1896 die historistische Garvensburg erbaute. (Stefan Eismann)
Bauentwicklung:
Die mittelalterliche Baugeschichte der Burg ist unbekannt. Die Herren von Meysenbug ersetzten sie im 16. Jh. durch ein Schloss. Der Bauzeitpunkt lässt sich nicht genauer eingrenzen; in der heutigen Garvensburg sind Wappentafeln eingemauert, die auf die Jahre 1560, 1574, 1592 und 1602 datiert sind. 1862 brannte das Gut mit Ausnahme des heutigen Wohnhauses ab. Zwischen 1896 und 1898 wurde von Wilhelm Garvens nördlich des Gutes nach Plänen des Architekturbüros Oppler die historistische Garvensburg errichtet. (Stefan Eismann)
Baubeschreibung:
Die Burg ist heute oberflächlich vollständig verschwunden. Im Gutshof sind noch Teile des Schlosses der von Meysenbug aus dem 16. Jh. erhalten bzw. wiederverwendet, u. a. ein Gewölbekeller. Auf einem überlieferten Grundriss aus der Zeit um 1600 lässt sich eine ungefähr ovale Gestalt der Burg erkennen, bei der sich die Gebäude um den Burghof gruppieren. Aus Indizien auf der Zeichnung lässt sich schließen, dass sich die Anlage ungefähr im Zentrum des heutigen Gutshofes befand. Zwei runde Treppentürme erschließen die Räume der beiden unregelmäßigen Baukörper im Norden, die zu unterschiedlichen Zeiten entstanden sein dürften. Im Süden ist am abfallenden Hang ein Zwinger vorgelagert. (Stefan Eismann)
Arch-Untersuchung/Funde:
Keine