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Tann (Rhön)

Geschichte:

Über die mittelalterliche Burg in Tann, in Spornlage oberhalb der Ulster gelegen, ist wenig bekannt. An ihrer Stelle steht heute das imposante Schlossensemble aus Roter, Blauer und Gelber Burg. Die Erstnennung eines Adelsgeschlechts von der Tann stammt aus dem Jahr 1165 mit Ruprecht von der Tann, der aber nicht sicher verortet werden kann. Die Ersterwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1197, wobei er als civitas nostrum in Tanne tituliert wird und sich als in Besitz der Abtei Fulda zu erkennen gibt. Als Stammvater des Adelsgeschlechts gilt Simon VI. von der Tann, dessen Name 1235-1268 in Urkunden auftritt. Im 13. Jahrhundert teilte sich die Familie in zahlreiche Linien auf, was dazu führte, dass die Burg immer als Ganerbenburg fungierte. 1323 wird das castrum Tann - wohl unter Zwang aufgrund vorhergegangener Übergriffe seitens der von der Tann - dem Ganerbenverband von der Fürstabtei Fulda als Lehen aufgetragen, mit der Auflage, diese für sie stets offen zu halten. Danach verliert sich die Geschichte der Burg, bis es ab dem 16. Jahrhundert zur Errichtung des Schlossensembles kommt. (Thorsten Sonnemann)

Bauentwicklung:

Beim gegenwärtigen Forschungsstand können keine Angaben zur Baugeschichte der mittelalterlichen Befestigung gemacht werden. Erst die frühneuzeitliche Entwicklung, in der es zu einem Umbau der noch bestehenden Anlage oder zu einem Neubau kam, lässt sich konkret fassen. Am Anfang der bis heute bestehenden Schlossanlage steht die Errichtung des Roten Schlosses 1558, das 1591 erweitert wurde. Es folgten das Blaue Schloss 1680-1716 und das Gelbe Schloss 1699-1714. (Thorsten Sonnemann)

Baubeschreibung:

Über die exakte Lage, Ausdehnung und Aussehen der mittelalterlichen Befestigung liegen keine Informationen vor. Es wird allgemein angenommen, dass sie sich im Bereich des Roten Schlosses befunden hat. Inwiefern sich dort mittelalterliche Baustruktur erhalten hat oder eventuell sogar in diesen Bau mit übernommen wurde, müssten erst noch bauhistorische Untersuchungen klären.
Die heutige Schlossanlage gruppiert sich um einen annähernd quadratischen Innenhof. Das dreigeschossige Rote Schloss mit vorgesetztem polygonalem Turm im Südosten, vorgesetztem Treppenturm im Innenhof und im Norden nachträglich hinzugefügter Tordurchfahrt bildet den Ostflügel. Das viergeschossige, als Winkelbau ausgeführte Blaue Schloss schließt im Norden an und besitzt im Nordwesten ebenfalls einen polygonalen vorgesetzten Turm. Das als letztes hinzugekommene, viergeschossige Gelbe Schloss bildet den Westflügel der Anlage, mit Seitenflügeln im Süden und Norden sowie Mittelrisaliten zum Innenhof und nach außen zur Ulster. (Thorsten Sonnemann)