EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Burghaun

Geschichte:

Die ehemalige Burg in Burghaun lag in Spornlage direkt über der Haune und war Stammsitz derer von Hune. Die exakte Erbauungszeit ist unbekannt. Die Erstnennung dieses Adelsgeschlechts aus dem Jahr 1210, wobei die Brüder Gerlach, Gerwig und Sigfried von Haun genannt werden, gibt einen Hinweis dazu. Die Burg wurde 1274 als Reaktion auf den Abtsmord von 1271 vom Fuldischen Fürstabt Bertho IV. von Bimbach zerstört bzw. zumindest erstürmt und eingenommen. Wegen vorausgegangener Räubereien wurde sie 1442 durch Graf Wilhelm II. von Henneberg-Schleusingen erobert, wobei Reinhard von Haun in Gefangenschaft geriet, in der er schließlich verstarb. Für das Jahr 1492 ist ein Burgfriede der seinerzeitigen Ganerben überliefert, der 1562 erweitert wurde. Nach dem Aussterben der von Haun 1627 geht die Burganlage 1694 komplett an die Fürstabtei Fulda. Schließlich wird die Burg unter Fürstabt Adalbert von Schleifras (1700-1714) abgerissen, der an dieser Stelle eine Kirche errichten ließ. (Thorsten Sonnemann)

Bauentwicklung:

Zur baulichen Entwicklung der mittelalterlichen Burg liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die baufällig gewordene, heute noch sehr imposante Stützmauer im Osten der heute in diesem Areal befindlichen Kirche, die den letzten obertägig sichtbaren Rest dieser Anlage darstellt, wurde 2017 saniert. (Thorsten Sonnemann)

Baubeschreibung:

Heute steht an der Stelle der mittelalterlichen Burganlage die 1710-1717 errichtete, katholische Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt. Eine archäologische Teiluntersuchung 1995 in der Kirche und im angrenzenden Pfarrgarten brachte drei Gebäudereste des 13./14. Jahrhunderts zu Tage, aus denen sich aber kein Gesamtbild der mittelalterlichen Anlage erschließen lässt.
Östlich des Kirchenareals, gleichsam direkt oberhalb der Haune befindet sich auf einer Länge von ca. 50 m eine bis zu 8 m hohe Stützmauer (Burgstraße), die im Sockelbereich mehr als drei Meter dick ist und zumindest stellenweise im unteren Bereich aus dem Mittelalter stammen soll. Von außen, d.h. vom Hauneufer aus, führt ein abgesperrter Gang zu erhaltenen Gewölbekellern (Thorsten Sonnemann)

Arch-Untersuchung/Funde:

1995 archäologische Teiluntersuchung in der Kirche und dem Pfarrgarten.