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Rodenberg bei Rotenburg a. d. Fulda

Geschichte:

Die Gründung der Burg Rotenburg ist wohl in die 1. Hälfte des 12. Jhs. zu setzen, nachdem das Erbe des hessischen Grafengeschlechts der Gisonen an das thüringische Grafengeschlecht der Ludowinger gefallen war. Im Jahr 1137 zählte dazu die Vogtei über das Kloster Hersfeld und das Gebiet um Rotenburg. Die Burg Rodenberg spielte eine besondere Rolle im thüringischen Herrschaftsgebiet, da sie eine Verbindung der hessischen und thüringischen Besitzungen des Landgrafenhauses darstellte. Zusätzlich residierten auf ihr die thüringischen Vögte der Abtei Hersfeld. Rotenburg erscheint erstmals 1170 als Herkunftsbezeichnung des Ministerialen Wigandus der Abtei Hersfeld. 1192 und 1199 nannte sich ein landgräflicher Ministeriale Dudo nach Rotenburg. 1197 ist erstmals ein Amtmann in Rotenburg belegt. 1248 wird Rotenburg schließlich in einer Urkunde des Klosters Kaufungen erstmals als Stadt mit allen dazugehörigen Rechten erwähnt. 1264 ging Burg Rodenberg nach dem hessisch-thüringischen Erbfolgekrieg an die hessischen Landgrafen über. Auf ihr saßen fortan Angehörige der Familien von Trott, von Baumbach, von Reichenbach, von Berlepsch, Vullekopf und von Hattenbach als Burgmannen oder Untervögte. 1387 wurden Burg und Stadt in einer Fehde des Landgrafen mit dem Erzbistum Mainz, Otto von Braunschweig und Balthasar von Meißen erobert, die Burg wurde aber schon im Folgejahr wieder zurückgewonnen. 1389 wurde eine erneute Befestigung der offenbar schwer beschädigten Burg vertraglich verboten. Ihre Bedeutung ging auf die Stadt Rotenburg über. 1467 wird sie noch einmal in einem Teilungsvertrag als "Schloss auf dem Berge bei Rotenburg" erwähnt, sie war zu diesem Zeitpunkt schon lange ruinös. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Die Baugeschichte der Burg ist durch archäologische Untersuchungen erforscht worden. Der zentrale Rundturm könnte schon in der 2. Hälfte des 12. Jhs. eventuell unter dem als Burgenbauer bekannten Landgraf Ludwig II. (1154/55-1172) errichtet worden sein, gehört aber nach den Grabungsergebnissen nicht zu der Gründungsphase der Burg. Dieser ist ein Sohlgraben und ein kleines Gebäude zuzuordnen. An den Rundturm ist ein Fachwerkgebäude angefügt worden. Dieses fiel einer Brandkatastrophe im 13. Jh. zu Opfer und ist durch ein kleineres Gebäude ersetzt worden. Im 14. Jh. wurde das Gebäude aufgegeben und um den Rundturm wurde in 2-3 m Abstand eine siebeneckige Mauer gezogen, die zwei Bauphasen aufweist. Der Bergfried am Tor stammt vermutlich aus dem zweiten Viertel des 13. Jhs. Der südliche Teil der Burg wurde im Spätmittelalter durch einen Graben abgetrennt, darin befindet sich ein nicht näher definierbarer Mauerrest. Dieser ist wohl Zeugnis eines Burgmannensitzes, der im Spätmittelalter in dem weitläufigen Areal errichtet wurde. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Burg liegt in beherrschender Stellung auf dem steilen Hausberg östlich der Fulda. Die mit den Maßen von 140 x 40 m sehr langgestreckte Anlage ist im Norden, Süden und Westen durch einen Sohlgraben mit Vorwall geschützt. Das Tor lag mittig in der Nordmauer, möglicherweise waren die anderen Seiten nur durch eine Palisade gesichert. Zum Schutz des Tores diente ein direkt hinter der Mauer stehender Rundturm von 10,30 m Durchmesser bei einer Mauerstärke von 2,70 m. Der zum Teil restaurierte Stumpf eines zweiten Bergfrieds steht ungefähr im Zentrum der Anlage, mit einem Durchmesser von 5,80 m bei einer Mauerstärke von 1,80 m ist er deutlich kleiner ausgefallen. Er ist später mit einer siebeneckigen Umfassungsmauer umgeben worden, die zu einer Umnutzung des Turmes zur Warte nach der Aufgabe der eigentlichen Burg gehören kann. Weitere Gebäude der Innenbebauung wurden bei den Ausgrabungen ganz oder teilweise erfasst, ohne dass über ihre Nutzung konkrete Aussagen getroffen werden können. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Ausgrabungen 1911/12, 1951 und 1976.