Geschichte:
Die Burg erscheint erstmals 1289 in der historischen Überlieferung, als sie zusammen mit anderen Burgen vom thüringischen Landgrafen Albrecht seinem vom Kaiser für ehelich erklärten Sohn Apitz, den er mit Kunigunde von Eisenberg gezeugt hatte, übergeben wurde. Wie lange dieser in ihrem Besitz blieb, ist nicht überliefert. 1301 wurde die Burg der Abtei Fulda überlassen. 1310 zerstörte der dortige Abt neben anderen Raubritterburgen auch Wildeck. 1316 wurde die Burg vom Bistum Würzburg besetzt, anschließend aber wieder von Fulda zurückerobert. Die Burg ist 1337 von der Abtei Fulda an die Herren von Trott als Erbburglehen verpfändet worden. Anteile an der Burg bzw. dortige Burglehen besaßen in der Folgezeit auch die Herren von Boyneburg, der Knappe Hans Brenke und die Herren von Hundelshausen. 1364 wurde die Burg erneut an die von Trott verpfändet. 1406 wurde dieses Pfand durch Fulda eingelöst und die Pfandschaft dem Landgrafen von Hessen übertragen. Dieser erwarb anschließend die Burg vollständig und verpfändete sie 1407 erneut an die von Trott. Nach der Besetzung der Burg mit Burgmannen wurde das Pfand in einen Lehnsbesitz umgewandelt. 1445 ging die Burg als Pfandlehen an die von Boyneburg. Zwischen 1523 und 1544 hatten die von Trott erneut das Lehen inne. Vermutlich wurde die Burg 1525 im Bauernkrieg zerstört, denn im Jahr 1526 heißt es, dass ihre Ruine als Schlupfwinkel für eine Räuberbande unter einem Räuberhauptmann mit dem nom de guerre "Wilde Sau" dient.
1627 ging die Ruine als Bestandteil der sog. Rotenburger Quart an die Nebenlinie der Landgrafen von Hessen-Rotenburg über. 1727 erbauten diese auf den Grundmauern der Burg das Jagdschloss Blumenstein aus Fachwerk. 1770 wurde im Talgrund ein neues, bequemer zu erreichendes Schloss "Wildeck" errichtet. Das alte Schloss wurde noch von Forstbeamten bewohnt, bis es 1874 auf Abbruch verkauft wurde. 1834 war es nach dem Erlöschen der Linie Hessen-Rotenburg wieder an Hessen-Kassel zurückgefallen. (Stefan Eismann)
Bauentwicklung:
Über die mittelalterliche Baugeschichte der Burg ist nur bekannt, dass sie nach einer Zerstörung im Jahr 1310 wieder aufgebaut wurde. Der 1322 eingesetzte Burgvogt Reinhard von dem Thorne hatte als Auflage, innerhalb von drei Jahren 100 Pfund an der Burg zu verbauen. Um 1700 stürzte ein großes Gewölbe der Burgruine ein und zahlreiche Quader wurden als Baumaterial für die Kirche in Obersuhl abgefahren.
1770 wurde durch den Landgrafen Konstantin von Hessen-Rotenburg das Schloss Wildeck am Fuß des Burgbergs errichtet. Dieses wurde 1874 abgerissen. Ab 1878 wurde auf seinen Grundmauern durch die Forstverwaltung als neuem Besitzer das bestehende Forsthaus errichtet. (Stefan Eismann)
Baubeschreibung:
Der rechteckige Grundriss der Burg von 30 x 19 m Größe ist auf dem ca. 3 m hohen Burghügel noch gut zu erkennen. Im Nordosten befand sich ein 3,5 m tiefer Halsgraben. Das Haupttor war von zwei Rundtürmen flankiert. Ein weiterer Turm scheint an der Nordseite der Burg gestanden zu haben. Im Süden und Westen des Burgareals waren früher noch Gebäudestrukturen sichtbar.
Der Halsgraben ist heute durch Waldwege in Mitleidenschaft gezogen und nur noch im Südosten klar zu erkennen. Zudem sind noch die Reste der rechteckigen Ringmauer, Keller samt Gewölbe sowie ein ehemals zum Schloss Blumenstein gehörender Steinbogen vorhanden.
Dieses Schloss bestand aus einem zweistöckigen Fachwerkbau mit zwei nur wenig vorgezogenen Seitenflügeln und einem rechteckigen Turm im Zentrum. Zusammen mit einem ummauerten Hof ergaben sich die geringen Ausmaße von 24 x 10 m. (Stefan Eismann)
Arch-Untersuchung/Funde:
1983 wurde in einem Keller ein Aquamanile (Handwaschgefäß) gefunden.