Geschichte:
Die Glauburg war eine Burg der Landgrafschaft Hessen im Herrschaftsbereich der Abtei Hersfeld. Ursprünglich lagen die Vogteirechte über die Abtei Hersfeld beim Grafengeschlecht der Gisonen. Nach deren Aussterben gingen sie an die Thüringer Landgrafen und 1172 an Heinrich Raspe III., Graf von Gudensberg, aus diesem Geschlecht. Nach dessen Tod 1180 wird die Vogtei durch den Hersfelder Abt für erledigt erklärt, dies wird von Kaiser Friedrich Barbarossa 1182 u. a. auch für Niederaula bestätigt. Dennoch haben die Landgrafen zumindest die Gerichtsbarkeit über Niederaula behalten können. Zur Sicherung dieser widerrechtlich angeeigneten Rechte haben sie offenbar die Glauburg errichtet.
Erstmals erwähnt wurde sie aber erst im Jahr 1363 im Rahmen einer Verpfändung, bei der Mangold Hübener und seine Angehörigen die eine Hälfte der Burg und die drei Brüder von Buchenau die andere Hälfte der Burg erhalten hatten. 1371 wurde die Hälfte der Burg von den Landgrafen an Curt von Hattenbach unter Vorbehalt des Wiederkaufs veräußert, bis 1426 war dieser Teil aber noch in den Händen der Hattenbach. 1434 gaben die Landgrafen Dorf und Gericht Niederaula, die sich mittlerweile fest in ihrer Hand befanden, an die Abtei Hersfeld zurück. Da sich aber zwei Jahre vorher die Abtei Hersfeld unter den erblichen Schutz der Landgrafen begeben hatte und ihnen fortan huldigten, besaß die Glauburg keinerlei militärische Bedeutung mehr und wurde jetzt vollständig in adelige Hände gegeben. 1451 erhielten Otto und Apel Jordan im Erbgang von ihren Eltern die ganze Glauburg. 1478 verkaufen Lips von Hune d. Ä. und seine Frau Hedwig ihre Anteile an zahlreichen Lehen, u. a. der Glauburg, an den Abt von Hersfeld. 1484 erfolgte eine letzte Erwähnung in den Quellen, danach dürfte die Burg verfallen sein. 1579 ist sie als Ruine auf einer Karte eingezeichnet. (Stefan Eismann)
Bauentwicklung:
Beim gegenwärtigen Forschungsstand können keine Aussagen zur Baugeschichte getroffen werden. (Stefan Eismann)
Baubeschreibung:
Die Burg lag im Zwickel zwischen dem Fuldatal und einem kleinen Seitental. Die dreieckige Burgfläche war durch einen Abschnittsgraben vom ansteigenden Hang getrennt, der heute zur Unkenntlichkeit zerpflügt ist.
Bei einer Grabung des Grundstückseigentümers wurden 1895 die Fundamente eines ungefähr quadratischen Gebäudes von 4,50 m Seitenlänge sowie weitere Mauern freigelegt. (Stefan Eismann)
Arch-Untersuchung/Funde:
1895 Grabung des Grundstückseigentümers mit mittelalterlichen Funden.
Ab 1965 Geländebegehungen mit Funden von Dachziegeln, hoch- und spätmittelalterlicher Keramik und gebrannten Hüttenlehms.