EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Landeck bei Schenklengsfeld

Geschichte:

Die Burg Landeck war eine Gründung des Klosters Hersfeld, die dessen Besitz in der dortigen Gegend schützen sollte. Erstmals wird sie indirekt in einer Urkunde des hersfeldischen Klosters Johannesberg im Jahr 1234 erwähnt. Die wohl aber schon im 12. Jh. oder noch früher gegründete Burg diente als Sitz des 1317 erstmals belegten Amtes Landeck. Die Burg wurde ab dem 14. Jh. mehrmals verpfändet, so 1365 an die Herren von Treffurt, 1367-86 an das Kloster Kreuzberg und zuletzt an das Erzbistum Mainz. 1454 löste Hersfeld das Pfand wieder ein. Nach dem Bauernkrieg besetzte Landgraf Philipp von Hessen die Burg als Entschädigung für die der Abtei geleistete Hilfe und gab erst 1550 eine Hälfte zurück. 1557 erhielt der Landgraf dann die Hälfte der Burg als Mannlehen, nach dem Westfälischen Frieden 1648 fiel auch die andere Hälfte an Hessen. Die Burg war aber schon seit dem Bauernkrieg ruinös und wurde im Dreißigjährigen Krieg endgültig zerstört. Die Ruinen dienten danach als Steinbruch. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Da bisher nur punktuelle archäologische Untersuchungen stattgefunden haben, können keine weiterreichenden Aussagen über die Baugeschichte der Burg gemacht werden. Die Einbringung von Dachziegelstücken als Ausgleichslagen in die bestehende Ringmauer legt nahe, dass diese zu einer späteren Ausbauphase der Burg gehört. Nach dem archäologischen Befund ist sie in der Mitte oder der 2. Hälfte des 15. Jhs. errichtet worden.
1982 wurde die Ringmauer saniert, dabei wurden die Kellergewölbe unter dem Palas mit dem Bagger aufgebrochen und mit Schutt verfüllt. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Burg liegt auf dem nach drei Seiten abfallenden, südwestlichen Ausläufer des Landecker Berges. Die ungefähr rechteckige Burgfläche misst ca. 75 x 25 m. Die gefährdete Seite im Osten wird durch zwei Abschnittsgräben geschützt. Der geradlinige, tiefere Außengraben wird in seiner mittleren Teilstrecke von einem 2 m hohen Außenwall begleitet. Zwischen beiden Gräben liegt ein Wall, der aber nur teilweise aufgeschüttet wurde und ansonsten aus der stehengelassenen Felsrippe besteht. Der innere Graben biegt an seinen Enden nach Westen um und schützt dadurch auch die Nord- und Südseite der Burg. Von der Bebauung der Burgfläche ist vor allem die noch bis zu 5 m hohe Umfassungsmauer im Osten vorhanden, die im Norden nach Westen umbiegt und dabei das nördliche Drittel des Plateaus frei lässt. Dieses war aber ursprünglich auch mit einer Mauer umgeben. Eine dortige runde Steinsetzung ist sehr wahrscheinlich jüngeren Datums. Der Palas stand im Nordwesten der eigentlichen Burgfläche und ist noch als erhöhtes Podest erkennbar. Der heutige Zugang erfolgt im Südwesten der Burg, dort befand sich auch das mittelalterliche Tor. Im Süden und Südwesten der Burg sind noch zwei Stützmauern erkennbar, in einer von ihnen ist ein Buckelquader verbaut.
Ungefähr 250 m nordöstlich der Anlage dient ein flacher Wall mit vorgelagertem Graben als Vorfeldsicherung. Ein zweiter, sehr flacher Wall mit Außengraben befindet sich dicht vor der Burg. Ein Brunnen, der sog. Eselsbrunnen, liegt außerhalb der Burg. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Unerlaubte Grabungen 1985.
Sondage 1989.