Geschichte:
Burg Hauneck war eine Gründung der seit 1216 in den Schriftquellen erscheinenden Herren von Haun, die sich von ihrem Stammsitz in Burghaun aus mit einem Territorium zwischen den beiden Reichsabteien Hersfeld und Fulda zu behaupten versuchten. Die Ersterwähnung der Burg Hauneck erfolgte 1392 in einer Urkunde, in der von Mitgliedern dieser Familie die Kosten für den Bau der Burg anerkannt werden. Sie kann also nicht lange vorher errichtet worden sein. Als weiterer Bauherr erscheint in der Urkunde Lotze von Sassen, der somit einen Anteil an ihr besessen haben dürfte.
Wohl 1397 - nach anderen Angaben 1402 - ist die Burg durch die Landgrafschaft Hessen erobert und niedergebrannt worden, da die von Haun mit dem Erzbistum Mainz verbündet waren. In zwei Verträgen 1409 und 1411 zwang der Landgraf die Ritter von Haun zur förmlichen Übergabe der Burg zusammen mit einigen Dörfern und Höfen und machte sie zu einem Amtssitz. 1469 wurde die Burg im hessischen Bruderkrieg zwischen den Landgrafen Heinrich III. und Ludwig II. durch Mitglieder der Familie von Buchenau erneut niedergebrannt. Danach blieb sie als Ruine im Besitz von Heinrich III. liegen, bis sie von 1483 bis 1489 durch den Festungsbaumeister Hans Jakob von Ettlingen wieder aufgebaut wurde. Hans Jakob wurde hessischer Amtmann und lebte auf der Burg bis 1494. Hauneck diente bis in das letzte Drittel des 16. Jhs. als Amtssitz und verfiel danach mangels weiterer Nutzung. (Stefan Eismann)
Bauentwicklung:
Der Bergfried wurde wegen der Verwendung von Buckelquadern im Eckverband früher in staufische Zeit datiert, allerdings ist in Osthessen die Verwendung von Buckelquadern bis in das Spätmittelalter gebräuchlich gewesen. 1430 sind durch Rechnungen Bauarbeiten an der Burg nachgewiesen, wahrscheinlich hatte der Landgraf seine Neuerwerbung ausbauen lassen, da sie einen wichtigen südlichen Vorposten in seinem Territorium darstellte.
Beim Wiederaufbau zwischen 1483 und 1490 wurden Ringmauer und Turm auf den alten Fundamenten erneuert sowie eine neue Kemenate und das Burgtor hinzugefügt. Die Gräben wurden nicht erneuert, auch auf äußere Festungselemente wie Bollwerke wurde verzichtet.
In der Mitte des 19. Jhs. wurden die verbliebenen Mauern restauriert und teilweise wieder aufgemauert. Zwischen 1981 und 1987 wurde die Ruine saniert. (Stefan Eismann)
Baubeschreibung:
Die Burg liegt auf dem Gipfel des Stoppelsbergs über dem rechten Ufer der Haune. Die ca. 1,70 m starke Ringmauer umgibt ein ca. 25 x 18 m großes Areal und ist streckenweise noch bis zu 4 m hoch erhalten, auf der Nord- und Ostseite fehlt sie aber zum größten Teil. Der dreigeschossige Wohnbau steht auf der Südwestseite. Zentral im Hof befindet sich der rechteckige Bergfried mit einem Eckverband aus Buckelquadern, an den sich ein Treppengebäude anschließt. Die Buckelquader sind aus weißem Sandstein gefertigt, der in der Nähe bei den "Langen Steinen" ansteht. Vom Turm stehen aber nur noch die Südwand und ein Teil einer anschließenden Wand aufrecht. Er ist aber dennoch mit einer Aussichtsplattform ausgerüstet worden. Der Eingang zur Burg erfolgte durch eine doppelte Toranlage im Südosten. (Stefan Eismann)
Arch-Untersuchung/Funde:
1986 wurden während der Sanierung der Burg zahlreiche Keramikscherben des 14.-17. Jhs. aufgesammelt.