Geschichte:
Ein Ortsadelsgeschlecht von Solz ist ab 1186 in den Urkunden überliefert, es starb vermutlich 1325 aus. Sie erbauten wahrscheinlich eine erste Burganlage, die aber schon 1350 zusammen mit der Kirche und der Hälfte des Gerichts von der Landgrafschaft Hessen zu Lehen gehörte. Der ursprüngliche Lehnsherr war das Kloster Hersfeld gewesen, doch sind die Güter durch die Landgrafen im Zuge ihrer Ausübung der Vogteirechte der Abtei entfremdet worden. Die andere Hälfte des Dorfes war zunächst noch hessisches Lehen der Herren von Bernicke. Nach deren Aussterben 1456 kam sie spätestens 1473 an Hanns von Witerde, einen angeheirateten Verwandten. 1480 erhält er das Lehen über das ganze Dorf und das Schloss. Dennoch scheinen die von Trott eine beherrschende Stellung im Ort behalten zu haben, denn 1452 wird in einer Urkunde die Gegend um Solz schlicht "Drottensolcz" genannt. 1506 kam schließlich der gesamte Ort in den alleinigen Besitz dieses Adelsgeschlechts. Die Burganlage wurde dabei mehrfach unter den einzelnen Angehörigen des Geschlechts aufgeteilt, was die Existenz zweier Herrensitze erklärt. 1527 erbaute Friedrich von Trott das heutige Gutshaus, das sogenannte "Schloss", wohl anstelle einer Vorgängeranlage. 1692 ging die Hälfte des Besitzes an die aus den Niederlanden stammenden Herren von Verschuer über, die in die Familie von Trott eingeheiratet hatten. Dadurch wurde das Gut dauerhaft in zwei Teile mit jeweils einem Herrenhaus aufgeteilt. (Stefan Eismann)
Bauentwicklung:
Die Kirche, eine Eigenkirche der von Trott und später von Verschuer, wurde erstmals 1350 erwähnt, der heutige Bau ersetzte 1973/74 den im Kern immer noch gotischen Vorgänger. 1527 wird das sogenannte Schloss, das spätere Herrenhaus der Verschuer, wohl unter Verwendung eines vorhergehenden Steinhauses errichtet.
1616 wird ein Wohnhaus, das "Trottenhaus", an die "Alte Kemenate" angefügt. Dieser Komplex ist offenbar im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden, denn 1672 bekam er unter Beibehaltung des steinernen Erdgeschosses des mittelalterlichen Vorgängers sein heutiges Aussehen als repräsentatives Fachwerkgebäude. 1694/95 ließen die von Verschuer das "Schloss" vollständig umbauen, dabei wurden auch die außerhalb des Mauerrings gelegenen Wirtschaftsgebäude in den Innenraum verlegt. Zu Beginn des 18. Jhs. wurden die Nebengebäude des "Trottenhaus" errichtet. (Stefan Eismann)
Baubeschreibung:
Das Burghaus der von Verschuer stammt in seiner heutigen Form als zweigeschossiger, verputzter Fachwerkbau mit Mansardwalmdach aus der Zeit um 1777/1780. Eine Baunaht lässt aber noch das ursprüngliche Burggebäude mit Aborterker links des Eingangs erkennen. Eine mittelalterliche Kemenate steckt auch in dem anderen Wohnhaus, dem Trottenhaus. Dieses dreigeschossige Fachwerkgebäude besitzt südlich des Eingangs noch ein massives Erdgeschoss, den Rest des mittelalterlichen Wohnturms. In alten Urkunden wird diese Kemenate als "auf einem Hügel gelegen" bezeichnet. (Stefan Eismann)
Arch-Untersuchung/Funde:
Keine