Geschichte:
Die Burg Eisenbach war die Stammburg des Geschlechts der Herren von Eisenbach, von denen mit Konrad von Eisenbach erstmals ein Angehöriger als Zeuge in einer 1217 ausgestellten Urkunde auftaucht. In der Stiftsfehde, die die Abtei Fulda mit ihren Vasallen führte, wurde 1269 auch die Burg Eisenbach zerstört. 1343 bekamen die Herren von Eisenbach den Rang eines Erbmarschalls von Hessen verliehen. 1428 erlosch das Geschlecht im Mannesstamm, die Besitztümer und das Amt des Erbmarschalls gingen an die Familie der Riedesel über. Ursprünglich war Eisenbach ein von der Abtei Fulda kommendes Lehen der Grafen von Ziegenhain gewesen, nach deren Aussterben 1450 ließen sich die Riedesel von der Landgrafschaft Hessen mit der Burg belehnen. Da Fulda zu Recht die Lehnsrechte beanspruchte, kam es deshalb zwischen 1467 und 1471 zu einer Fehde. Im 16. Jh. teilte sich die Familie der Riedesel in drei Linien, von denen sich der Eisenbacher Zweig am Ende des 16. Jhs. nochmals in drei Linien teilte, die alle einen Wohnsitz auf dem Schloss behielten. Dieser 1684 in den Freiherrenstand erhobenen Familie gehört das Schloss noch heute. (Stefan Eismann)
Bauentwicklung:
Die ursprüngliche, wohl zu Beginn des 13. Jhs. errichtete Burg wurde in der Fuldaer Stiftsfehde zerstört, ihr Baubestand ist unbekannt. Die heutige Anlage basiert auf dem ab 1287 erfolgten Wiederaufbau. Die Ringmauer und der fünfeckige Bergfried wurden in diesem Jahr errichtet, letzterer wurde in der Mitte des 15. Jhs. erneuert. Die Ringmauer wurde in der Mitte des 14. Jhs. über einem Bogenfries erhöht und mit Tourellen versehen. Zu dieser Zeit entstand wohl auch die Zwingermauer. Der Palas im Osten der Hauptburg wurde um 1500 durch das heutige Wohngebäude ersetzt, das 1580 mit einem rechteckigen Treppenturm versehen und in der Mitte des 19. Jhs. erneut umgestaltet wurde. Gegenüber stand die Alte Kemenate, die 1515 dem heutigen Wohnbau weichen musste. Das Portal zur Hauptburg stammt aus dem 16. Jh., wobei Zinnen und Bogenfries historistische Zutaten des 19. Jhs. in Anlehnung an die mittelalterliche Ringmauer sind. Linkerhand schließt sich ein kleines Gebäude von 1595 an. Der die beiden Wohnbauten im Süden verbindende Trakt wurde erst um 1860 im neogotischen Stil hinzugefügt.
Das Torgebäude und der Wohnbau in der Vorburg wurden 1559 durch Hermann VI. Riedesel für seine Gemahlin Margarethe von der Malsburg errichtet. Die Burgkapelle in der Vorburg stammt ursprünglich aus dem Jahr 1440 und wurde zwischen 1671 und 1675 durch den heutigen Bau ersetzt. Die Reste spätgotischer Wandmalereien an der Ostwand verraten, dass dabei Teile des Vorgängers weiterverwendet wurden. (Stefan Eismann)
Baubeschreibung:
Burg Eisenbach wurde auf einer spornartig in das Tal des Eisenbachs vorspringenden Basalthochfläche errichtet. Das heutige Schloss bewahrt in weiten Teilen noch den Charakter der früheren Burg. Die max. ca. 53 x 63 m große Hauptburg liegt im Osten des Areals, die Vorburg mit den Wirtschaftsgebäuden im Westen und Süden.
Von dem ehemals in die Vorburg führenden Torhaus ist nur noch der Stumpf eines Rundturmes erhalten. Die rechte Seite der Vorburg wird durch das Haus des Gutsverwalters eingenommen, auf der Talseite stehen ein Wohngebäude und ein Stall von 1587. Daran schließt die barocke Burgkapelle an. Zwischen ihr und der Hauptburg verläuft ein tiefer Graben, über den heute eine steinerne Brücke führt. Rechts von ihr springt der fünfeckige Bergfried aus der Mauerflucht hervor. In ihm befand sich früher die Kapelle der Hauptburg. Der Hof der Kernburg ist von bis zu vierstöckigen Wohnbauten umgeben, die mit Ausnahme des neogotischen Verbindungstrakts im Süden im 16. Jh. entstanden sind. Ursprünglich standen hier im Westen der Palas und im Osten die Alte Kemenate. Dem an ihrer Stelle befindlichen Wohngebäude ist in der Mitte ein polygonaler Treppenturm vorgesetzt.
Eine Zwingermauer mit Schalentürmen ist im Süden und Osten noch erhalten, sie hat ursprünglich wohl auch die Vorburg im Norden und Westen umfasst. (Stefan Eismann)
Arch-Untersuchung/Funde:
Keine