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Schlitz, Hinterburg

Geschichte:

Die Ursprünge der Herren von Schlitz sind umstritten. Ob ein 815/16 urkundlich erwähnter "Gerlach" schon diesem Geschlecht angehörte, wird kontrovers beurteilt. Sicher ist erst die Erwähnung eines "Ermenold de Slitesel" im Jahr 1116 als Zeuge in einer Urkunde der Abtei Fulda. Wie aus einer anderen Urkunde ersichtlich, zählte er ursprünglich zu den Edelfreien und scheint erst kurz vorher in ein Dienstverhältnis mit der Abtei getreten zu sein. Aus dem Jahr 1181 ist das erste Wappen der Familie bekannt, das mit seinem zweifachen Zinnenmotiv schon auf die Existenz zweier Burgen in Schlitz zu diesem Zeitpunkt hinweisen könnte. Aber erst 1439 wurden erstmals ausdrücklich beide Burgen zu Schlitz genannt. Der Zeitpunkt der Errichtung der Hinterburg ist somit aus der historischen Überlieferung nicht eindeutig ersichtlich.
Unter den Söhnen des Simon von Schlitz (+1241) teilte sich die Familie in fünf Linien auf, die alle einen Beinamen nach ihrem Wohnort bekamen. Da sie aber alle mit Ausnahme der 1316 erstmals belegten Schlitz genannt Görtz früh ausstarben, ist nur dieses Geschlecht für die weitere Geschichte der Schlitzer Burgen relevant. 1450 wurde ein Burgfrieden innerhalb der Ganerbengemeinschaft abgeschlossen. 1453 erhielten die Herren von Schlitz gen. Görtz den Rang eines Erbmarschalls der Abtei Fulda. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Am Turm befindet sich die eingekratzte Jahreszahl 1572, sein Bau wird aber unterschiedlich datiert, wahrscheinlich ist das 14. Jh. Seine barocke Schieferhaube wurde 1907 durch die gegenwärtige Steinhaube ersetzt. Der ältere Wohnbau neben dem Turm stammt vermutlich aus dem Ende des 15. Jhs, wurde in der Mitte des 16. Jhs. verändert und 1653 mit einem Fachwerkoberbau versehen. Der Treppenturm stammt aus dem Jahr 1553. Das zweite Wohngebäude wurde zwischen 1561 und 1565 errichtet und 1647 umgebaut. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Hinterburg besteht aus dem runden Bergfried und zwei stark versetzt gegenüber stehenden Wohnbauten. Die untersten zwei Geschosse des Turms waren als Verliese ausgeführt, in denen sich noch aus dem 18. Jh. im Putz Inschriften von Gefangenen erhalten haben. Der gemauerte Kegel auf der Spitze wurde 1907 nach einer Abbildung von 1624 rekonstruiert. Der Wohnbau neben dem Turm besitzt ein jüngeres Fachwerkgeschoss über zwei steinernen Stockwerken. Von dort führt eine gedeckte, hölzerne Brücke zum Hocheingang des Turms. Auf der Rückseite wird das Gebäude durch einen polygonalen Treppenturm erschlossen. Das zweite Wohngebäude im Westen besteht aus einem dreistöckigen, verputzten Massivbau mit Eckquaderung und Renaissancegiebeln. Zum Hof hin ist ein runder Treppenturm mit Fachwerkaufsatz angefügt. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine