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Lauterbach

Geschichte:

Die Burg Lauterbach besitzt ihre Ursprünge in den Konflikten zwischen der Abtei Fulda und den von ihr lehnsabhängigen Adelsfamilien in der Mitte des 13. Jhs. Abt Berthold II. ließ im Zuge dessen die Burgen Eisenbach und Wartenberg zerstören und errichtete zur Sicherung des Territoriums in "seinem" Dorf Lauterbach 1266 eine Befestigung mit einem Vorwerk bzw. eine Turmburg. Auf die Burg wurden die Herren von Wartenberg als Vögte gesetzt. Bis 1338 entwickelte sich die Siedlung Lauterbach zur Stadt. Nach dem Aussterben der Herren von Wartenberg ging die Vogtei an die Herren von Eisenbach, an die der Fuldaer Abt die Burg 1353 verpfändete. 1425 löste der Erzbischof von Mainz die Pfandschaft von den Eisenbach ab. In Folge der Mainzer Niederlage gegen die Landgrafen von Hessen 1427 wurde vereinbart, dass die Landgrafschaft zur Hälfte in die Mainzer Pfandschaften über die Güter der Abtei Fulda eintrat. Dies betraf auch Burg und Stadt Lauterbach. 1428 wurde Hermann Riedesel von beiden Parteien als Amtmann in Lauterbach eingesetzt. Die Pfandschaften über Lauterbach erwarben die Riedesel 1433 und 1456 von Hessen und Mainz. Sie waren damit fortan die Herren über die Burg. Da sie in ihrem Territorium die Reformation einführten, besetzte Fulda Lauterbach vorübergehend zwischen 1547 und 1552, vermochte aber nicht die Pfandschaft wieder einzulösen. Nach einem weiteren gescheiterten Versuch der Einlösung 1671 verzichtete Fulda 1684 auf die Pfandrechte und übergab Lauterbach den Riedesel als Lehen. Dieser Familie gehört das Schloss noch heute, es beherbergt ihre Verwaltung und das Archiv. (Stefan Eisman

Bauentwicklung:

Die mittelalterliche Baugeschichte der Burg ist unbekannt. Das in das Schlossgebäude integrierte sog. Vorderhaus ist der älteste Bestandteil der heutigen Anlage, von seinem Alter zeugen zwei Spitzbogentüren im Hausflur des Schlosses. 1580/81 wurde das Hinterhaus an das Vorderhaus angebaut. Der heutige Brunnen entstand um 1600. In der 2. Hälfte des 17. Jhs. wurden wegen der Auswirkungen einer Feuersbrunst auf dem äußeren Burghof zahlreiche neue Gebäude errichtet, u. a. eine Brauerei. Das Hauptgebäude der Burg erhielt um 1680 seine heutige Gestalt. Die Mauer zwischen äußerem und innerem Burghof wurde im 19. Jh. beseitigt. In der Revolution von 1848 wurde das Schloss stark beschädigt, es blieb unbewohnt, bis die Schäden ab 1891 beseitigt wurden. Die Wirtschaftsgebäude stammen wie das Schloss aus dem Ende des 17. Jhs. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Lauterbacher Burg lag ursprünglich außerhalb der Stadtmauer auf einem flachen Sporn. Ihr mittelalterliches Aussehen ist unbekannt. Erst ein Inventar aus dem Jahr 1600 gibt Aufschluss über den dortigen Baubestand. Eine Brücke führte über einen Graben zum inneren Burghof. Dort standen das Wohnhaus, ein Stall, ein Backhaus aus Fachwerk und der Brunnen. Das dreistöckige Wohngebäude besaß ein Hinterhaus, dessen zwei Obergeschosse aus Fachwerk ausgeführt waren.
Der äußere Burghof mit den Wirtschaftsgebäuden war durch eine Mauer von der Kernburg abgetrennt.
Im heutigen Schlossgebäude steckt im Kern ein gotisches, im 16. Jh. erweitertes Burghaus. Dieses wurde auf drei Stockwerke erhöht, nach zwei Seiten asymmetrisch verlängert und auf der Rückseite mit einem rechteckigen Treppenturm versehen. Die beiden Enden sind jeweils risalitartig durch ein viertes Geschoss in verschiefertem Fachwerk mit Walmdach betont. Über dem Eingangsbereich befindet sich leicht versetzt ein Zwerchhaus. Das Eingangsportal ist mit einem gesprengten Giebel bekrönt, der einen Wappenstein mit der Jahreszahl 1684 enthält. Der frühere Umfassungsgraben ist heute zugeschüttet. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine