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Alsfeld, Landgräfliches Schloss

Geschichte:

Die Entstehung des Schlosses der Landgrafen von Hessen in Alsfeld ist in den Quellen nicht dokumentiert. Seine Errichtung wird in die Zeit des Landgrafen Hermann II. (1376-1413) gesetzt, für dessen Territorialpolitik Alsfeld von zentraler Bedeutung war. Die Anlage dürfte zwischen 1380 und 1390 als Ersatz für die im Verfall begriffene Burg im Osten des Stadtgebietes errichtet worden sein. In Alsfeld hielt der Landgraf 1395 einen Fürstentag ab, bei dem über den Abschluss eines Landfriedensbündnisses verhandelt wurde. Es ist anzunehmen, dass das Schloss zu diesem Zeitpunkt als repräsentativer Tagungsort fertig gestellt war. Hier nahm Hermann danach auch seine Residenz. Nach seinem Tod schwand die Bedeutung von Alsfeld allgemein und für das hessische Landgrafenhaus im Besonderen. Schon 1418 wurde die Stadt wegen Zahlungsunfähigkeit unter Reichsacht gestellt. In der Teilung Hessens unter Landgraf Philipp geriet Alsfeld an den Rand der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1646 zerstört. Das Schloss wurde nur noch als Rentei verwendet, völlig vernachlässigt und schließlich 1848/49 abgerissen. An seiner Stelle wurde das Amtsgericht errichtet. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Über die Bauentwicklung des Schlosses ist nichts bekannt, Es ist anzunehmen, dass es nach kurzer Blüte zu Beginn allmählich dem Verfall überlassen wurde und nur noch Reparaturarbeiten stattgefunden haben. Die in der Mitte des 18. Jhs. aktenkundige Baufälligkeit führte schließlich zu seinem Abriss 1847/48 und dem Neubau des Amtsgerichts an seiner Stelle. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Von dem Schloss sind heute keine Reste mehr vorhanden. In dem Alsfeld zeigenden Stich von Merian aus dem Jahr 1646 ist es als vermutlich dreigeschossiges Gebäude mit Fachwerkaufbau und ausnehmend steilem Giebel dargestellt, der mit zahlreichen kleinen Türmchen versehen war. Aus einem Plan von 1860 lässt sich entnehmen, dass das Schlossgebäude ca. 30 x 12 m groß war und mit einer Schmalseite an die Stadtmauer anstieß. Der Komplex enthielt noch zahlreiche Nebengebäude wie Marstall und Scheunen und war von einer Mauer umgeben. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine