EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Kadelburg

Geschichte:

In Kadelburg lag in karolingischer Zeit Königsgut. 876 wurde es als Kadoltesburg erwähnt. Onomastisch verweist die frühmittelalterliche Verwendung von 'burg' im Namen auf eine dortige befestigte Anlage. Der Name ist als Burg des Chadalo zu verstehen. Ein "comes Chadaloh" wird in einer St. Gallischen Urkunde (2, Nr. 676) zum Jahre 890 genannt, die in Gurtweil ausgestellt wurde. Direkt wird eine Burg aber nicht in den Quellen genannt. Das Königsgut in Kadelburg bildete vermutlich mit dem ein wenig rheinaufwärts, auf der anderen Rheinseite liegenden Königsgut zu Zurzach eine Einheit, wie auch Kadelburg später zur Herrschaft des Stifts Zurzach gehörte. 1271 wurde eine Rudolf von Kadelburg in den Urkunden erwähnt.
(Michaela Jansen)

Bauentwicklung:

Zur Baugeschichte der Anlage ist nichts bekannt. Funde zur Datierung der Wall-Graben-Anlage fehlen. Die Onomastik verweist jedoch auf eine frühmittelalterliche Burganlage.
(Michaela Jansen)

Baubeschreibung:

Die Anlage wird auf einem Hochplateau nördlich des Ortes vermutet. Dort befindet sich in der Südwestecke eine birnenförmige Zunge von knapp 150 m Länge, auf der sich heute im Südosten die Pfarrkirche und der Friedhof befinden. Der Sporn fällt nach Süden und Westen steil ab, der Abfall nach Osten ist nicht ganz so steil, während er nach Norden in die Hochfläche übergeht. Dort war die Geländezunge durch einen N-S verlaufenden Wall mit vorgelagertem Graben gesichert. 1949 wies der Wall an der Basis noch eine Breite von 5 m und eine Höhe von noch 1 m auf, der Graben eine Breite von noch ca. 2 m und eine Tiefe von noch bis zu 0,50 m auf. Der Graben ist 1984 vollständig verfüllt worden und ist heute im Gelände nicht mehr zu erkennen. Im Westen sind noch ganz schwach Reste des Walls zu beobachten.
Eine Datierung der Anlage steht allerdings noch aus und so werden in der Literatur neben einer frühmittelalterlichen Datierung auch eine römerzeitliche (römischer Wachturm) oder vorgeschichtliche Zeitstellung angeführt. Wobei eine Wieder- oder Weiternutzung einer älteren Anlage nicht auszuschließen ist.
(Michaela Jansen)

Arch-Untersuchung/Funde:

1938: Ortsbegehung durch H. Stoll.
1949 und 1963: Beobachtungen durch E. Gersbach.
1984: Begehung durch D. Müller
(M. Jansen)