EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Plüschow

Geschichte:

Plüschow war schon im Mittelalter ein reines Gutsdorf ohne Bauernstellen. Als erster Besitzer saß hier vor 1323 Gerhard Hagen. Die Burg befand sich seit 1345 im Besitz der Familie von Bülow, zu deren wichtigsten Herrensitzen dieser Ort zählte. Die Bedeutung des Gutes zeigt sich auch in der Tatsache, dass es 1506 die hohe Anzahl von fünf Lehnpferden zu stellen hatte, 1535 sogar 6 Pferde.
Landesgeschichtliche Bedeutung errang der Ort im Jahr 1358, als hier nach langen Verhandlungen zwischen Graf Otto von Schwerin-Tecklenburg und Herzog Albrecht II. von Mecklenburg der Verkauf der Grafschaft Schwerin an das Herzogtum Mecklenburg besiegelt wurde. Festgelegt wurde ein Kaufpreis von 20.000 Mark Silber, von dem jedoch am Ende noch nicht einmal die Hälfte beglichen wurde.
Der damals dort ansässige Heinrich von Bülow gehörte zu den wichtigsten Räten Albrechts und betätigte sich mehrfach im Auftrag seines Herzogs als Kriegsunternehmer, was ihm in der Folge mehrere Pfandvogteien einbrachte. Auch einige seiner Nachkommen findet man im herzoglichen Rat.
Im Jahre 1758 erwarb der Hamburger Kaufmann Philipp Heinrich Freiherr von Stenglin das Gut als Sommersitz. Nachdem Erbprinz Friedrich Ludwig von Mecklenburg-Schwerin das Gut 1802 gekauft hatte, blieb es bis zur Enteignung 1945 im Besitz des Großherzogtums. (Fred Ruchhöft)

Bauentwicklung:

Der Burgplatz ist bislang nicht archäologisch erforscht worden, Angaben zur Bauentwicklung können deshalb nicht gemacht werden. Das heutige Herrenhaus wurde 1763 errichtet. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Der Burgplatz zeichnet sich als 105 x 70 m große Erhebung im Gelände ab, die im Norden und Westen von einer Niederung begrenzt wird. Ein ca. 40 m breiter und bis 2 m tiefer Graben mit Böschungen an der Außenseite trennt den Hügel vom höher liegenden Umland im Osten und Südosten. Auf dem Plateau befinden sich zwei Hügel, einer im Norden (500 qm, ca. 2 m hoch) und einer im Süden (600 qm, bis 2,2 m hoch). Welche Rolle diese in der Struktur der Burg gespielt hatten, ist ohne archäologische Untersuchungen nicht zu beurteilen.
Die Existenz eines größeren, unterkellerten Wohnturms mit umgebendem Wassergraben wird in einem Teilungsvertrag von 1539 beschrieben. Zudem scheint noch ein gesonderter Wohnbau bestanden zu haben. Weitere Aussagen über die Baugestalt der Burg lassen sich aber aus dieser Urkunde nicht erbringen. Die beschriebenen Bauten sind nicht erhalten und bisher auch nicht lokalisiert worden. (Fred Ruchhöft)

Arch-Untersuchung/Funde:

Außer den Beobachtungen am obertägig sichtbaren Denkmal gibt es keine archäologischen Informationen.