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Pastoratsberg in Essen

Geschichte:

Die Burg wurde nach der Gründung der Abtei Werden im Jahre 799 wohl zum Schutz des darunterliegenden Klosters erbaut als Ersatz für die weiter entfernt liegende Alteburg. Sie ist wohl spätestens vor 883 entstanden, als die Wikingergefahr für Rhein und Ruhr sehr groß war. Die Burg kann als "eine der ersten weltlichen Bauunternehmungen des Klosters" Werden gelten. Wann die Burg aufgelassen wurde, ist nicht bekannt. Den archäologischen Untersuchungen nach wohl im 12, Jh. östlich der Burg, an der Straße nach Werden wurde 957 über einer Quelle die Kirche St. Clemens geweiht, die nach 1817 abgerissen wurde.
Auf dem Widuberg wurden nach Verfall der Burg Pastoratsgebäude errichtet und im 17./18. Jh. erneuert, so dass der Berg den Namen Pastoratsberg erhielt. Die Gebäude waren nach 1945 ruinös und wurden vor dem Bau der Jugendherberge 1957 abgerissen. (H. Kibbert)

Bauentwicklung:

Die Anfänge der als Wallanlage konzipierten Burg reichen bis in das ausgehende 9. Jahrhundert zurück. Nach archäologischem Befund wurde die Anlage vermutlich im 12. Jahrhundert aufgelassen und geriet in Verfall. (J. Friedhoff)

Baubeschreibung:

Die Burg liegt auf einer Bergzunge, die auf drei Seiten von tief eingeschnittenen Tälern gebildet wird. Sie umfasst eine Fläche von circa 150 x 100 Metern in rundlich-rechteckiger Form. Im Süden sind Wall und Graben noch gut erkennbar, die Nordseite ist eingeebnet und bebaut. Der Wall besteht aus dem Versturz einer etwa 2 m dicken gemörtelten Mauer, welche die ganze Anlage umschloss. Grabungen haben einen ringsumlaufenden, z. T. in den Felsen eingearbeiteten Spitzgraben vor der Mauer nachgewiesen. (D. Ellmers). Das einzige Tor der Anlage lag an der Westseite mit 20 m eingezogenen Mauerenden und einer durch zwei Tore verschließbaren Kammer, die heute verschüttet sind. Von der Südwestecke der Burg zog sich ein langer Abschnittswall mit bergwärts liegendem Graben über die Höhe bis zum Steilhang des Berges. Im Burginnern wurde ein Pfostenhaus aufgedeckt. Ausserhalb der Burg wurde ein alter Kalkofen gefunden, der allerdings nicht datiert werden konnte. (H. Kibbert)

Arch-Untersuchung/Funde:

Umfangreiche Ausgrabungen fanden 1928 unter Ernst Kahrs innerhalb der Anlage statt. Es wurden Gebäudereste verschiedener Zeitstellungen gefunden, die wenige Funde brachten, u.a einige karolingische Keramikscherben. Weitere archäologische Beobachtungen erfolgten 1996, bei denen eine Scherbe aus dem 8./9. Jh. gefunden wurde. Archäologische Schichten reichten vom 8./9. bis zum 11./12. Jh.