EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Vardel

Geschichte:

Im ältesten Lehnsregister des Bischof Florenz von Münster werden für das Jahr 1379 "bona to Varle et domus dicta Hus upper borch in parochia Langenvorde" genannt. Die Belehnung erfolgte an Meinhard Ruesche, Mitglied eines ritterlichen Geschlechtes. Ob die Burg erst zu dieser Zeit errichtet wurde oder älteren Ursprungs ist, ist umstritten. Schon die Söhne Ruesches nennen sich bald nach dem neuen Sitz "von Varle". Mitglieder der Familie finden sich als Vechtaer Burgmannen. Seit dem späten 15. Jh. sind die Schleppegrell in Vardel begütert. Alverich Schleppegrell kam 1486 durch Einheirat in den Besitz des Gutes. Aufgrund vieler Schulden verkaufte ein Schleppegrell 1721 das Gut Vardel an Herbold Daniel von Haren. Es wurde ein neues Gut weiter südlich errrichtet. Das bereits 1721 baufällige alte Gut wurde bis um 1850 komplett abgerissen. (Frank Both)

Bauentwicklung:

Aufgelassene Wasserburg, die bis um 1850 bebaut war. (FrankBoth)

Baubeschreibung:

Von der Burg sind große Teile eines Wassergrabens erhalten, der noch im Norden, Osten und z. T. im Westen einen rechteckigen, leicht erhöhten Platz von 40 x 75 m Größe umgibt. Die Grabenbreite beträgt noch ca. 4 m. Davor liegt im Norden und Osten ein verschliffener Wall von bis 12 m Breite und bis 80 cm Höhe. Weiter davor folgt ein weitgehend verfüllter Graben von 4 bis 5 m Breite und 40 cm Tiefe. Schuttreste der ehemaligen Bebauung führen zu einer unebenen Geländeoberfläche des Burgareals.
Ein Plan von 1746 zeigt den Platz mit einem langgestreckten Bau, wohl dem Herrenhaus. Der Zugang erfolgte von Süden. Links lagen Pferdeställe, rechts ein weiteres kleines Gebäude. (Frank Both)

Arch-Untersuchung/Funde:

Archäologische Untersuchungen wurden bisher nicht durchgeführt.