EBIDAT - Die Burgendatenbank

Menu

Sachsenheim

Geschichte:

Der Ort wird 1090 erstmals erwähnt und wird seit dem 14. Jh. Großsachsenheim genannt. Die edelfreien Herren von Sachsenheim waren ursprünglich Lehnsleute der Grafen von Vaihingen, ab Mitte des 14. Jh. der Grafen von Württemberg. Die wichtigsten Vertreter der Familie sind: Hermann (Dichter 1365-1458) und dessen Söhne gleichen Namens; ferner Jörg von Sachsenheim (1427-1508) württembergischer Landhofmeister und Kunstmäzen. Der Ort bekommt 1495 Stadt- und Marktrecht, man beginnt ihn zu befestigen. 1561 nach Aussterben der Familie kommt Sachsenheim an Württemberg. Erst 1747 Erneuerung der Stadtrechte. Württemberg nutzte das Schloss als Jagdsitz und zur Versorgung einiger Herzoginnen. 1818-28 war im Schloss ein Forstamt untergebracht, es ging dann in Privatbesitz über. 1908 bis 1954 beherbergte es die Landfrauenschule, dann erfolgte nach dem Kauf durch die Stadt 1952 in den Jahren 1960-63 der Umbau zum Rathaus und Verwaltungsgebäude. (Christoph Engels)

Bauentwicklung:

Grabungen erbrachten den Nachweis eines Vorgängers, der vermutlich bis ins 11. Jh. zurückreicht. Umbau derselben im 13. Jh. zu einer - bereits regelmäßig zwölfeckigen? - Anlage, die den Kern der heutigen bildet. Zur hochmittelalterlichen Anlage gehörte ein großer quadratischer Turm an der Südseite. Der vergleichsweise enge Zwinger dürfte hingegen erst spätmittelalterlich sein. Die Vorburg wurde um 1400 an Stelle eines älteren Wirtschaftshofes erbaut. Deren Zehntscheune brannte 1903 ab. In der Folge wurde der verfüllte Vorburggraben überbaut, die Baufluchten dabei verändert. Der heutige Schlossbau geht auf einen Neubau 1544 unter Reinhard von Sachsenheim anstelle der 1542 abgebrannten Burganlage zurück. Spätestens jetzt entsteht der quadratische Innenhof und ganz sicher der Rundturm (Bauinschrift über den Tor). 1823 brannte der Südflügel ab und wurde erst 1960-63 im Zuge der Sanierung wiederaufgebaut. Seither ist das ehemals verputzte Schloss auch steinsichtig. 2018-19 grundlegende Sanierung. (Christoph Engels)

Baubeschreibung:

Unregelmäßiger Zwölfeckbau der Renaissance, von tiefem Graben umgeben. Spätmittelalterlicher Zwinger. Hochmittelalterlicher Bergfried ursprünglich an der Stelle des heutigen Südflügels. Die unterkellerten Schlossgebäude sind dreigeschossig und zum Hof hin verputzte Bruchsteinbauten mit Fachwerkobergeschossen. Der Bereich der von einem Graben gesicherten ehemaligen Vorburg im Süden und Westen ist noch gut erkennbar. Schlosspark mit Teehaus von 1629. (Christoph Engels)

Arch-Untersuchung/Funde:

1994 erbrachte eine Grabung im Bereich der Vorburg den Nachweis eines Vorgängerbaus des 12. vielleicht schon 11. Jh.