EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Nassenerfurth

Geschichte:

Der Ursprung der Burg liegt sehr wahrscheinlich in einem Burglehen, das die Herren von Holzsadel 1338 und 1350 als Burgmannen zu Homberg in Nassenerfurth besaßen. 1400 wurden die Holzsadel durch den Mainzer Erzbischof als Entschädigung dafür, dass deren Kemenate und Wohnung in Nassenerfurth durch Brand zerstört wurden, als Burgmannen in Fritzlar aufgenommen, zudem erhielten sie einen Anteil vom Zoll zu Ehrenfels als Burglehen. Aber schon im Folgejahr wechselten sie wieder in die Dienste des hessischen Landgrafen. 1437 erhalten die Holzsadel durch Landgraf Ludwig von Hessen eine Belehnung mit Haus und Burgsitz zu Nassenerfurth. Das Haus ist 1485 im Krieg zerstört worden. Die letzte Belehnung der Holzsadel erfolgte 1491, danach ging die Burg 1516 an die Herren von Wildungen, die sie von den Holzsadel erworben hatten. 1537 wurde Hiob Schrendeisen mit der Burg belehnt. 1591 veräußert seine Familie sie an Philipp Wilhelm von Cornberg, einen illegitimen Sohn des Landgrafen Wilhelm IV. und der Kasseler Bürgerstochter Elisabeth Wallenstein. Der verkaufte sie 1594 an seinen Halbbruder, den Landgrafen Moritz von Hessen weiter. Dieser belehnt damit 1598 die Herren von Baumbach, die den Besitz am Ende der 80er Jahre in bürgerliche Hände veräußerten. (Stefan Eismann)

Bauentwicklung:

Der wohl noch aus dem 14. Jh. stammende Kernbau wurde um 1600 verlängert. Dem Nordostflügel wurde um 1800 ein Fachwerkobergeschoss aufgesetzt. Der Torbau wurde im Jahre 1515 errichtet. Das Wirtschaftsgebäude und ein Wohnhaus auf der Vorburg stammen laut inschriftlicher Datierungen aus den Jahren 1622 bzw. 1662. (Stefan Eismann)

Baubeschreibung:

Die Burg ist von heute z. T. verlandeten Wassergräben umgeben. Der Zugang erfolgt durch eine rundbogige Tordurchfahrt mit Renaissanceportal. Südlich davon befindet sich der massive, dreigeschossige Hauptflügel. Im Nordosten schließt sich ihm ein weiterer Flügel mit Fachwerkobergeschoss und polygonalem Treppenturm an. Der Eingang zur Vorburg erfolgt durch ein Spitzbogenportal aus dem Jahr 1515. Außer ihm befinden sich dort ein großer Wirtschaftsbau mit Fachwerkobergeschoss sowie ein Fachwerkwohnhaus. (Stefan Eismann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Keine