EBIDAT - Die Burgendatenbank

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Ebersburg

Geschichte:

Die Ruine der Ebersburg ragt auf einem 688 m ü. NN gelegenen Phonolithkegel, dem Ebersberg, über das Umland heraus. Die Ersterwähnung der von Ebersberg stammt aus dem Jahr 1219. Dazu, wann diese ihre Stammburg auf dem gleichnamigen Berg errichtet haben, gibt es verschiedene Datierungsansätze, die in etwa das 12. und 13. Jahrhundert umschließen. Durch maßgebliche Beteiligung von zwei Ebersbergern an dem Mord am Fuldaer Fürstabt Bertho II. von Leibolz im Jahre 1271 wurde die Burg in der Folge höchstwahrscheinlich geschleift. Dies lässt sich aus den Umständen ihrer Erstnennung zum Jahre 1396 erschließen, wobei der Fürstabt von Fulda nachträglich die Erlaubnis zum Wiederaufbau der Burg erteilt, der es danach als Lehen an einen Ganerbenverband - vornehmlich aus von Ebersbergern inklusive Seitenlinien und von Steinaus bestehend - vergab. Aus den Jahren 1430-1516 sind diverse Burgfriedensverträge überliefert, die die sich immer weiter aufsplitternden Besitzanteile an der Burg aufzeigen. 1533 wird ein in der Burg inhaftierter Gefangener erwähnt, dies ist zugleich deren letzte überlieferte "Nutzung" für über ein Jahrhundert. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges (1646) wurde die schon lange unbewohnte Anlage von Lulas von Ebersberg an die Bauern der Umgebung zur Nutzung als Fluchtburg verpachtet. 1664 wurde versucht, durch einen Fachwerkneubau innerhalb der Burg diese neu zu beleben, wobei zumindest dessen Dach schon 1671 stark reparaturbedürftig war und dieses Vorhaben aufgegeben wurde. In der Folgezeit wurde die Burg dem Verfall preisgegeben. 1777 verkaufen die von Ebersberg unter anderem die Ebersburg an das Hochstift Fulda. Nach zahlreichen Zwischenschritten befindet sich die Burgruine heute in Besitz des Landes Hessen. (Thorsten Sonnemann)

Bauentwicklung:

Die Baugeschichte der Ebersburg lässt sich, soweit bekannt, in zwei Haupt- und eine Nachnutzungsphase untergliedern. Zu Beginn wurde im 12./13. Jahrhundert eine Frontturmburg mit angenommenem rechteckigem Grundriss errichtet. Soweit erhalten, wurden an den jeweiligen Kanten Buckelquader verbaut. Ende des 14. Jahrhunderts beginnt ein größerer Ausbau zur Zweiturmburg mit nördlich erweiterter, dort durch Rundturm verstärkter polygonaler Ringmauer und großer, das Felsengelände geschickt ausnutzender Vorburg. Der Bergfried im Süden erhält ein fassförmiges Oberteil. Im Inneren der Hauptburg entstehen spätestens jetzt zwei randständige Wohngebäude, eines an der West-, das andere an der Ostmauer. 1664 wurde im Innenhof der wohl schon teilweise ruinösen Hauptburg ein zweigeteiltes Fachwerkgebäude errichtet, das aber zeitnah wieder aufgegeben wurde.
Die 1852/54 durchgeführten Sicherungsmaßnahmen, Restaurierungen und umfangreichen, im Geiste der damaligen Zeit durchgeführten Rekonstruktionen bilden die Grundlage für das heutige Erscheinungsbild der Ebersburg. Weitere Erhaltungsmaßnahmen und Umbauten/Rekonstruktionen wurden am Anfang des 20. Jahrhunderts, 1958-1962 und 1993-1995 vorgenommen. (Thorsten Sonnemann).

Baubeschreibung:

Die beeindruckende Ruine der Ebersburg, auf einem Phonolithkegel gelegen, ist weithin in der Umgebung sichtbar. Das heute vorliegende Bild einer polygonalen Ringmauer der Hauptburg mit im Grundriss quadratischen Bergfried und Eckbuckelquadern sowie tiefergelegener Vorburg im Süden gibt den Bauzustand im späten Mittelalter wieder. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass dieser durch die zahlreichen, durchgeführten Restaurationen und angefügten Rekonstruktionen des 19. und 20. Jahrhunderts stark überprägt wurde. So stammen z.B. die ebenerdigen Zugänge zu den beiden Türmen erst aus dieser Zeit. Unterhalb der Ebersburg liegen die ausgegrabenen Kellerreste eines Gebäudekomplexes, der als Eselsstall interpretiert wird. (Thorsten Sonnemann)

Arch-Untersuchung/Funde:

Kleinstgrabungen 1957-1958; 1996 Lesefunde.